Die Bezirksverordnetenversammlung wolle beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, für die Verkehrsentlastung am Ostkreuz u.a. folgende Maßnahmen ggf. in eigener Zuständigkeit bzw. in Abstimmung mit den zuständigen Stellen und den Nachbarbezirken zu prüfen und umzusetzen bzw. für deren Umsetzung zu werben.
Unerlässlich zur Bündelung von Auto- bzw. Gewerbeverkehren bleibt schnellstmögliche Umsetzung der Tangentialverbindung Ost und der Autobahn 100 und der damit verbundene Abbau aller planungsrechtlichen Hürden. Das Bezirksamt soll hierfür aktiv werben.
Ebenso muss der ÖPNV gestärkt werden. Hierzu gehören die Verlängerung der Tramlinie 21 Richtung Friedrichshain-Kreuzberg über das Ostkreuz hinaus und in die andere Richtung entlang der Köpenicker Landstraße bis zur Altstadt Köpenick mit Schaffung einer Kiezgarage über der Trasse der Tram entlang der Bahnlinie zur Verbesserung der Umstiegsmöglichkeiten zwischen Verkehrsträgern (P+R) und die Errichtung eines Fahrradparkhaus mit Diebstahlschutz am Ostkreuz. Dabei soll stets auf einen möglichst barrierearmen Übergang zwischen den Trägern geachtet werden.
Für einen starken Personennahverkehr sollten auch neue Möglichkeiten beherzt genutzt werden, wie die Erschließung der umliegenden Gewässer für den öffentlichen Nahverkehr, bspw. für ein Wassertaxi oder Fährverbindung zwischen Ostkreuz, Spreepark und Spreeküste.
Für flüssigen Verkehr in Rummelsburg muss die vierspurige Hauptstraße mit Fahrradweg auf dem breiten Gehweg beibehalten sowie die Fahrradstraße von der Karlshorster Straße über die Wohnstraße Hauptstraße stadtauswärts bis zur Emma-Ihrer-Straße und sodann auf der Straße An der Bucht und Karl-Wilker-Straße bis zur Georg-Löwenstein-Straße endlich umgesetzt werden.
Begründung:
Das Ostkreuz ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Berlins und übernimmt eine zentrale Funktion für den regionalen und überregionalen Bahnverkehr. Zugleich ist der Bereich in dicht bewohnte Quartiere in Lichtenberg und den Nachbarbezirken eingebettet. Die daraus resultierenden hohen Verkehrsbelastungen führen seit Jahren zu Staus, Nutzungskonflikten zwischen den Verkehrsträgern sowie zu Einschränkungen der Verkehrssicherheit und Lebensqualität für Anwohnende. Zur nachhaltigen Entlastung des Umfelds ist eine Bündelung des Durchgangs- und Wirtschaftsverkehrs auf übergeordnete Infrastruktur unerlässlich. Die zügige Umsetzung der Tangentialverbindung Ost sowie der Autobahn 100 trägt maßgeblich dazu bei, Verkehre aus den Wohngebieten herauszuhalten und die Leistungsfähigkeit des Ostkreuzes insgesamt zu verbessern. Der Bezirk sollte sich daher aktiv für den Abbau planungsrechtlicher Hemmnisse einsetzen.
Gleichzeitig ist der Umweltverbund zu stärken. Die Verlängerung von Straßenbahnlinien über das Ostkreuz hinaus, verbesserte Umsteigemöglichkeiten zwischen den Verkehrsträgern sowie sichere Abstellanlagen für Fahrräder erhöhen die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs und fördern den Umstieg vom Auto. Dabei ist insbesondere auf barrierearme Übergänge zu achten. Ergänzend sollten innovative Angebote wie wassergebundene ÖPNV?Verbindungen geprüft werden.
Für den Ortsteil Rummelsburg ist eine leistungsfähige Verkehrsführung von besonderer Bedeutung. Der Erhalt der vierspurigen Hauptstraße stellt eine wichtige Voraussetzung für einen flüssigen Verkehr dar. Parallel ist die Umsetzung der geplanten Fahrradstraßenverbindung notwendig, um dem Radverkehr eine sichere und durchgängige Alternative zu bieten.
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